Am 1. Juli 1974 rückte ich
zu meinem Wehrdienst im niederländischen Budel ein. Mein Dienst
begann direkt am ersten Tag mit einer Überraschung, denn ich
wurde sofort als Gefreiter vom Dienst (GvD) eingeteilt. Da wir
zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal vollständig eingekleidet
waren, saß ich in meiner privaten Karojacke im Verschlag und
versah meinen Dienst. Als es am Freitag zum ersten Mal ins
Wochenende ging, ahnte ich noch nicht, mit welchem Paukenschlag
diese Woche enden würde. Bei unserer Rückkehr am Sonntag war
Deutschland Fußball-Weltmeister.
Rückblickend war die
Grundausbildung für mich der beste Teil des gesamten
Wehrdienstes. Natürlich war es manchmal hart, aber das lag
meistens am tiefen Sand im Übungsgelände, der uns bei den
Märschen und Übungen alles abverlangte. Ein echtes Problem war
anfangs allerdings die Ausstattung unserer Stube. Mein Bett war
so extrem durchgelegen, dass an Schlaf kaum zu denken war. Das
änderte sich schlagartig, als sich ein General zur Besichtigung
ankündigte. Plötzlich ging alles ganz schnell: Wir bekamen
nagelneue Schränke und Betten, die aus dem Olympischen Dorf der
Sommerspiele 1972 in München stammten. Ab diesem Moment war der
Komfort perfekt und alles gut.
Über das Essen in der
Kaserne kann ich nur Gutes sagen; so hervorragend habe ich
später nie wieder in einer Großküche gegessen. Auch die
Stimmung in der gesamten Kompanie war einfach klasse. Das lag
zu einem großen Teil an unserem Kompaniechef, Hauptmann Möller.
Er war ein Offizier allererster Güte, und diese positive,
korrekte Art strahlte direkt auf die anderen Ausbilder
ab.
Obwohl mir die Namen der
meisten Kameraden über die Jahrzehnte entfallen sind, ist mir
ein Kollege aus Bonn besonders im Gedächtnis geblieben. Er
hatte sich originellweise sein Tonbandgerät fest in den
Bundeswehrspind eingebaut. Als später unsere Verlegung in die
Stammeinheit anstand, nahm ich ihn kurzerhand mit und setzte
ihn auf dem Weg in seiner Heimatstadt Bonn ab. In schöner
Erinnerung ist mir auch ein gemeinsamer Grillabend geblieben,
bei denen wir in geselliger Runde zusammensaßen. Nach
Dienstschluss hielt es mich selten in der Kaserne; ich nutzte
die Zeit, um viel herumzukommen, und war regelmäßig in Weert,
Eindhoven und Lommel unterwegs.