42 Jahre Bundeswehr in Budel

10./LwAusbRgt 2 (Beitrag von Udo Körbel)

Am 1. Juli 1974 rückte ich zu meinem Wehrdienst im niederländischen Budel ein. Mein Dienst begann direkt am ersten Tag mit einer Überraschung, denn ich wurde sofort als Gefreiter vom Dienst (GvD) eingeteilt. Da wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal vollständig eingekleidet waren, saß ich in meiner privaten Karojacke im Verschlag und versah meinen Dienst. Als es am Freitag zum ersten Mal ins Wochenende ging, ahnte ich noch nicht, mit welchem Paukenschlag diese Woche enden würde. Bei unserer Rückkehr am Sonntag war Deutschland Fußball-Weltmeister.

Rückblickend war die Grundausbildung für mich der beste Teil des gesamten Wehrdienstes. Natürlich war es manchmal hart, aber das lag meistens am tiefen Sand im Übungsgelände, der uns bei den Märschen und Übungen alles abverlangte. Ein echtes Problem war anfangs allerdings die Ausstattung unserer Stube. Mein Bett war so extrem durchgelegen, dass an Schlaf kaum zu denken war. Das änderte sich schlagartig, als sich ein General zur Besichtigung ankündigte. Plötzlich ging alles ganz schnell: Wir bekamen nagelneue Schränke und Betten, die aus dem Olympischen Dorf der Sommerspiele 1972 in München stammten. Ab diesem Moment war der Komfort perfekt und alles gut.

Über das Essen in der Kaserne kann ich nur Gutes sagen; so hervorragend habe ich später nie wieder in einer Großküche gegessen. Auch die Stimmung in der gesamten Kompanie war einfach klasse. Das lag zu einem großen Teil an unserem Kompaniechef, Hauptmann Möller. Er war ein Offizier allererster Güte, und diese positive, korrekte Art strahlte direkt auf die anderen Ausbilder ab.

Obwohl mir die Namen der meisten Kameraden über die Jahrzehnte entfallen sind, ist mir ein Kollege aus Bonn besonders im Gedächtnis geblieben. Er hatte sich originellweise sein Tonbandgerät fest in den Bundeswehrspind eingebaut. Als später unsere Verlegung in die Stammeinheit anstand, nahm ich ihn kurzerhand mit und setzte ihn auf dem Weg in seiner Heimatstadt Bonn ab. In schöner Erinnerung ist mir auch ein gemeinsamer Grillabend geblieben, bei denen wir in geselliger Runde zusammensaßen. Nach Dienstschluss hielt es mich selten in der Kaserne; ich nutzte die Zeit, um viel herumzukommen, und war regelmäßig in Weert, Eindhoven und Lommel unterwegs.

10./LwAusbRgt 2 (Beitrag von Rolf Jäger)